Bankenkrise als Film – The Big Short

Seit einigen Tagen läuft nun auch in den deutschen Kinos die Verfilmung von Michael Lewis Roman „The Big Short“. Die Handlung basiert auf echten Ereignissen und handelt von real existierenden Personen wie dem Hedgefonds Manager Michael Burry, der als einer der ersten die aufkommende Subprime Krise kommen sah.

Nachdem ich bereits vor einigen Jahren das Buch gelesen habe, musste ich natürlich auch die Kino Variante ansehen. Tatsächlich bin ich sehr positiv überrascht und auch mein Bruder, der vorher keine Ahnung von der Thematik hatte, war begeistert. Der Film schafft es die richtige Balance zwischen Unterhaltung, Wissensvermittlung und historischer Darstellung zu finden und wird hierbei von tollen Schauspielern wie Ryan Gosling oder Brad Pitt sehr überzeugend dargestellt.

Mir persönlich missfällt es, dass die Finanzkrise bisher immer sehr unzureichend filmisch behandelt worden ist. Entweder wurden Filme einseitige Pamphlete gegen den Kapitalismus insgesamt, so wie Michael Moores Film „Kapitalismus, eine Liebesgeschichte“, oder abgeflachte Blockbuster wie Margin Call. Margin Call stellt zwar authentisch die Personen in der Bandenwelt dar, aber ordnet die Ursachen und Hintergründe nur sehr oberflächlich dar.

The Big Short dagegen schaffte es nicht nur handelnde Personen gut abzubilden, sondern vermittelt auf teilweise selbstironische Weise komplexe Themen wie etwas Credit Default Swaps oder Sub Prime Kredite. Dabei wurden sogar Prominente wie Starkoch Antony Bourdain eingesetzt. Endlich Hollywood Kino, dass auch Wissen vermittelt und dabei dennoch zu unterhalten weiß.

Mir persönlich kam aber auch Freude, als ich an die damalige Zeit zurückdenken muss. Damals 2007/2008, ich war in der 8. Klasse, beschäftigte ich mich intensiv mit dem Thema und verfolgte auch die Analysen von Michael Burry und Co. Ich weiß noch, wie ich eben mit seiner Analyse bei meinen Wirtschaftslehrer ausgelacht worden bin. Nur wenige Monate später musste er mir aber recht geben und dann haben es doch wieder alle kommen sehen, die große Blase.

Michael Lewis Geschichte macht gut deutlich wie irrational Menschen an Finanzmärkten handeln und zeigt aber auch, dass nur deshalb solch großen Gewinne, aber auch solche Krisen möglich sind. Dabei spart er sich aber das hohe moralische Urteil und überlässt die finale Einordnung seinem Publikum. Ich persönlich kann nur jedem die Lektüre des Buchs empfehlen und auch den Film jeden Kino Fan ans Herzen legen: keine einfache, aber dennoch eine sehr unterhaltsame Kost.

 

 

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